Wer ambitionierter Hobbyfotograf ist, oder dies beruflich betreibt, kommt nicht darum sich mit Computern zu beschäftigen. Je nach dem, wie intensiv die Fotografie betrieben wird, wird ein entsprechend hochwertiger Computer benötigt. Besitzt man eine eigene Webseite, möchte man diese ja auch mit seinen Referenzen schmücken.

 

Die Komponenten zur Bildbearbeitung

Bei der Bildbearbeitung werden im Schnitt zwei verschiedene Arten von Programmen genutzt. Einmal der Raw Converter, wo Grundanpassungen stattfinden und das Bild anschließend in ein JPEG umgewandelt werden und einmal ein Bildbearbeitungsprogramm, wo aufwendigere Retuschen und Compositingarbeiten stattfinden. Raw Converter inklusive Bilderbibliothek sind z. B. Adobe Lightroom oder Capture One. Bildbearbeitungsprogramme hingegen sind Affinity Photo oder Adobe Photoshop.

 

Je nach dem, wie intensiv ein Bild bearbeitet wird, benötigt man auch einen besseren Computer. In der Regel wird der Prozessor und der Arbeitsspeicher am intensivsten genutzt, vor allem, wenn viele Ebenen gebraucht werden oder sogar mehrere Bilder zu einem zusammengerechnet werden müssen.

 

  • Prozessor

Der Prozessor ist für die Leistung in der Bildbearbeitung mit am wichtigsten. Hier sollte darauf geachtet werden, dass mindestens ein aktueller Intel Core i5, besser i7 genutzt wird oder das Äquivalent von AMD, der Ryzen 5 bzw. Ryzen 7. Diese haben zwischen 4 und 6 Kernen und eine hohe Taktfrequenz. Intel ist dabei besser in der Single-Core Leistung, wohingegen AMD in der Multi-Core Leistung punktet. Lightroom kann etwas besser von Intel profitieren und Capture One hingegen von AMD. Aber von der Leistung nehmen sich letztendlich beide nicht viel.

 

  • Grafikkarte

Zu 95 % ist eine auf dem Mainboard integrierte Intel HD Grafikkarte vollkommen ausreichend. Lediglich die wenigsten Filter profitieren von einer dedizierten Grafikkarte. Eine Grafikkarte wird erst wirklich bei der Videobearbeitung notwendig. Hierbei sollte der Grafikspeicher mindestens 4GB dann sein. Ein gutes Anfangsmodell ist hier von Nvidia die GTX 1050 TI, wobei nach oben hin keine Grenzen offen sind. Da entscheidet dann das Budget und die persönlichen Präferenzen.

 

  • Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher, auch RAM genannt, ist für die Zwischenspeicherung verantwortlich. Während für normale Office Tätigkeiten 8GB mehr als ausreichend sind, sollten es für die Bildbearbeitung schon mindestens 16GB sein. Hat man sich für einen AMD Ryzen Prozessor entschieden, sollte beim RAM drauf geachtet werden, dass dieser eine hohe Taktfrequenz besitzt, da die Ryzen Prozessoren sehr davon profitieren und einen enormen Schub geben.

 

  • Festplatte

Bei der Festplatte kann zwischen einer HDD und einer SSD unterschieden werden. SSD’s sind in der Regel teurer und bieten pro Euro weniger GB, sind dafür aber auch bedeutend schneller. Für das Betriebssystem und wichtige Programme sollte daher auf eine SSD gesetzt werden. Eine HDD ist heutzutage nur noch als Datengrab zu empfehlen. Wobei SSD’s nicht mehr so teuer sind und wer das nötige Kleingeld hat, kann auch diese als Datengrab nutzen.

 

  • Netzteil

Das Netzteil hat zwar nichts mit der Leistung eines Computers zu tun, ist aber ein häufiger Grund, warum es auf einmal qualmt. Gerade am Netzteil sollte nicht gespart werden, sondern auf renommierte Anbieter, wie CoolerMaster oder BeQuiet zurückgegriffen werden. Auch in der Wattzahl braucht hier nicht zu hoch gegangen werden, für einen normalen Bildbearbeitungs-Computer sind 550 Watt mehr als ausreichend.

 

Der Monitor ist das A und O

 

Das Herzstück eines jeden Bildbearbeitungs-Computers ist der Monitor. Gerade, wenn man als Fotograf tätig ist, oder einen Shop betreibt, muss man sicher gehen können, dass die Farben korrekt angezeigt werden. Dafür sollte der Monitor einige Kriterien erfüllen.

 

Beim Kauf eines Monitors ist darauf zu achten, dass dieser ein IPS und kein TN Panel besitzt. Ein IPS Panel hat den Vorteil, dass dadurch eine bessere Farbwiedergabe möglich ist und die Blickwinkel stabiler sind. TN Panel werden durch ihre kurze Reaktionszeit meistens für Gaming Monitore genutzt.

Der zweite Punkt ist, dass darauf geachtet wird, dass der Monitor einen hohen Farbraum abdeckt. Für das Internet ist der sRGB Farbraum zuständig und zum Drucken der AdobeRGB. Hier sollten die Werte optimalerweise bei über 99 % liegen.

 

Standardmäßig werden diese Werte nicht immer erreicht, daher gibt es sogenannte Kalibrierungsgeräte. Diese werden auf den Monitor aufgesetzt und erstellen anhand der vorhandenen Farben ein Farbprofil, in dem sich Helligkeit und Farben des Monitors optimal anpassen. Diesen Vorgang sollte man in der Regel alle 30 Tage ausführen, da die Farben des Monitors sich mit der Zeit wieder verfälschen.